Archiv der Kategorie 'horeca'

Gesellige Gastronomie

Im NRC Handelsblad vom vergangenen Samstag gab es einen interessanten Artikel über den Tourismussektor in den Niederlanden. Einigen Diagrammen ließ sich beispielsweise entnehmen, dass Besucher aus Deutschland, Großbritannien, USA, Belgien und Frankreich sich allesamt auf das Niederlande-Klischee „Tulpen, Mühlen, Holzschuhe“ einigen können, während vor allem Amerikaner, Briten und Franzosen das Land auch mit „Architektur und Design“ identifizieren. Bemerkenswert war jedoch vor allem, dass nur die Amerikaner mehrheitlich finden, das kulinarische Angebot in den Niederlanden habe sich verbessert.

Ach ja, die Niederlande und das Essen… Vielsagend ist in diesem Zusammenhang, was Frank Heemskerk, seines Zeichens Staatssekretär für Wirtschaft, im selben Artikel über seine Heimat sagt. „Man kann hier sehr nette Dinge unternehmen: radfahren, wandern; es gibt fantastische Museen, schöne Strände und eine gesellige Gastronomie.“ Gesellige Gastronomie? Ja, denn Geselligkeit ist es, was für den Niederländer im Restaurant zählt – nicht etwa gutes Essen. Wenn man das mal kapiert hat, erklären sich die schluffigen Studenten-Kellner und kulinarischen Fehlgriffe fast von selbst.

Das schlechteste Hotel der Welt

In alten Hochparterre-Zeiten habe ich schon einmal auf die großartigen Werbekampagnen des Hans Brinker Budget Hotels hingewiesen. Nun hat die Werbeagentur KesselsKramer (jawohl, derselbe Erik Kessels, der das tolle Schießbuden-Buch herausgegeben hat) ein Buch zum Thema veröffentlicht. Bei design.nl gibt es einen lesenswerten Hintergrundartikel dazu. Zitat: „Since KesselsKramer took over the campaigns, hotel bookings have doubled, but nothing inside the actual hotel has changed at all. ‘That’s what makes it all so special,’ says hotel manager Rob Pernis.“

Reparieren

Nach der sehr amüsanten Ikea-Hacking-Ausstellung im letzten September, hat das kleine Amsterdamer Designzentrum Platform 21 sich nun des Themas Reparieren angenommen. Bis 30. August läuft das Projekt nebst Ausstellung, Diskussionsabenden und Vorträgen, die sich die kulturelle Aufwertung der Reparatur zum Ziel gesetzt haben. Vom 10. bis 12. April kann man außerdem kaputte Sachen zum Reparieren vorbeibringen. Wenn das nicht nachhaltig ist!

Die Ausstellungen in der ehemaligen Kirche in Amsterdam-Süd sind zwar meistens nicht groß, haben aber Hand und Fuß. Und im Restaurant As, das das Erdgeschoss der Kirche besetzt, kann man obendrein lecker essen bzw. im Garten ein Bierchen trinken. Also ein prima Osterausflug.

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Pekelhaaring

Gerade dachte ich, dass in Amsterdam schon lange kein gutes neues Restaurant mehr aufgemacht hat, da weist mich jemand auf die Firma Pekelhaaring hin. Dort gibt es gute hausgemachte Pasta, aber auch eher holländisches wie Steak mit Chicorée.

Das heutige Mittagessen (jawohl! echtes Mittagessen! nicht nur broodjes!) lehrte mich, dass das Restaurant in der Van Woustraat in De Pijp nicht nur kulinarisch sondern auch gestalterisch wertvoll ist. Endlich mal kein gelecktes Lounge-Interieur, sondern ein hübsches Sammelsurium von Stühlen, eine kunstvoll aus alten Möbelstücken zusammengezimmerte Bar und industriell anmutende schwarze Lampen, alles designt von Kasia Gatkowska. Ob es abends genauso nett und lecker ist wie mittags, werde ich bald mal testen.