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Archiv für

Guy Tillim im Foam

Endlich mal wieder eine richtig gute Ausstellung in Amsterdam: „Avenue Patrice Lumumba“ von Guy Tillim im Foam. Verfallene Utopien der Moderne in Mozambique, im Kongo und auf Madagaskar sind das Thema dieses Projekts des südafrikanischen Fotografen Guy Tillim. Bröselnder Beton trifft auf wucherndes Unkraut, im Rathaus starren die Beamten melancholisch durch dreckige Fensterscheiben, bunte Wäsche hängt über die verrotteten Balkonbrüstungen eines ehemaligen Grand Hotels. Die Ausstellung läuft noch bis 30. August. Ach ja, Strandfotos von Massimo Vitali gibt es gleichzeitig auch zu sehen, aber so gerne ich sie sonst mag, wirken sie im Vergleich zu Tillims Bildern ziemlich harmlos.

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Guy Tillim, Avenue Bagamoyo, Beira, Mozambique, 2008

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Guy Tillim, Apartment building, Avenue Bagamoyo, Beira, Mozambique, 2008

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Guy Tillim, Apartment building Avenue Kwame Nkrumah, Maputo, Mozambique, 2007

Goldfischhotel

„Wenn es eine Krise gibt, sind die Architekten immer als erste betroffen und als letzte wieder erlöst“, meinte neulich ein Bekannter. Angesichts des großen Architekturbüroschrumpfens, das sich gerade um mich herum breitmacht, dürfte er recht haben.

Nun heißt es also ungewöhnliche Aufträge zu finden, die trotz Krise realisiert werden und Schlagzeilen machen. VEDD Architecten ist das zweifellos gelungen. Gestern wurde am Flughafen Schiphol das erste Goldfischhotel der Welt nach Entwurf des Büros eröffnet. Jawohl, ein Goldfischhotel. Nein, es ist nicht der erste April.

Wer seine Reise beim Veranstalter D-Reizen gebucht hat, darf seinen Goldfisch im Hotel unterbringen, während Herrchen im Urlaub ist. Dort mangelt es dem Tierchen an nichts, denn das Hotel bietet allen Luxus, inklusive „Tennisbahn, Schwimmbad mit Rutsche und Restaurant“. Naja, wenn’s den Architekten einen Auftrag gebracht hat…

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Schmutzige Wäsche

Gijs Bakker ist bei Droog Design ausgestiegen, weil er sich mit Renny Ramakers über den Kurs des Kollektivs (Labels?) zerstritten hat. design.nl wartet mit einem Artikel voller Tratsch, schmutziger Wäsche und Meinungen von Außenstehenden auf. Was natürlich höchst unterhaltsam ist.

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Clothes Hanger Lamp von Hector Serrano für Droog

PIG 05049

Zugegeben, ganz frisch ist das Buch nicht mehr, aber ich bin endlich im Besitz einer Ausgabe von PIG 05049 von Christien Meindertsma. Für dieses Projekt hat die Designerin drei Jahre lang recherchiert, in welchen Produkten etwas vom Schwein enthalten ist und das ganze dann grafisch sehr schön aufbereitet. Dabei ist – Achtung, platter Wortwitz – ein ziemlich dicker Schinken herausgekommen. Es ist schon mehr als erstaunlich, wieviel Verwertbares in einem einzigen Schwein steckt. Hinter dem hautfarbenen Cover von PIG 05049 verbirgt sich eine ganze Welt an Schweinehaltigem, von Kaugummi über Porzellan und Zigaretten bis hin zu Shampoo und Biodiesel. Unglaublich, und vermutlich der Albtraum jedes Vegetariers. Bei We make money not art kann man die Hintergrundgeschichte des Projekts nachlesen.

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Maarten Baas‘ Uhren

Mit den verkohlten Möbeln des Designers Maarten Baas konnte ich mich noch nie so recht anfreunden. Dafür sind seine Uhren-Performances, die dieses Jahr in Mailand stattfanden, sehr interessant: