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Stinkekäse

Auf dem Ten Katemarkt, wo jeden Tag die Mittagessenszutaten für mein Büro besorgt werden, steht seit Menschengedenken Herman mit seinem Käsestand. Herman ist um die siebzig, hat kaum mehr Käsesorten im Angebot als man an einer Hand abzählen kann und verdient sein Geld eigentlich mit den Energiedrinkdosen, die er ebenfalls verkauft. Dafür ist sein Käse billig und gut. Nur der leckere boerenkaas, den es immer bei ihm gab, fehlte neulich auf einmal. Das war ein echter boerenkaas, dessen Aroma einem scharf in die Nase stach, wenn man ihn aus dem Wickelpapier holte – so gar nicht wie beim Plastikkäse von Albert Heijn. Auf die Frage, weshalb er den Käse nicht mehr habe, hatte Herman eine einfache Antwort: „Der hat so gestunken. Das mochten die Kunden nicht.“ Vermutlich sind die Niederlande das einzige Land, in dem ein Käsestand besser nicht nach Käse riechen sollte.

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