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Künstlerprotest

Große Demonstrationen oder spektakuläre öffentliche Protestaktionen sind in den Niederlanden, der aktuellen politischen Situation zum Trotz, höchst selten. Wahrscheinlich finden die Niederländer, dass sie ihr Pensum in den wilden Siebzigern bereits erfüllt haben. Oder die Maßnahmen des neuen Kabinetts tun einfach noch nicht weh genug.

Gestern gab es aber doch einmal eine originelle Aktion. 650 Künstler gingen gleich morgens alle auf einmal in das Rijksmuseum, so dass keine Touristen mehr hineinpassten. Damit protestierten sie gegen die Pläne der Regierung, das Kunstbudget um 200 Millionen Euro zu kürzen. Sie sagten, dass sie sich im Museum vor dem harschen politischen Klima verstecken wollten. Die Aktion hat aber noch eine andere Facette, denn in letzter Zeit richten die Amsterdamer Museen sich immer mehr auf Touristen aus. Während Van Goghmuseum und Hermitage florieren, gibt es kaum noch interessante Ausstellungen mit aktueller Kunst und einem intellektuellen Anspruch, der über Reiseführerniveau liegt.

Von der Aktion im Rijksmuseum habe ich übrigens erst heute Morgen erfahren, denn ich war bis gestern in Athen beim diesjährigen Netzwerktreffen der Guiding Architects. Dort durfte ich live miterleben, wie das andere Extrem von Protestkultur aussieht.

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