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5e IABR

Die Presseeröffnung der 5. Internationalen Architekturbiennale in Rotterdam litt gestern ein wenig unter schlechtem Timing. Allzu viele internationale Journalisten hatte es nicht nach Rotterdam verschlagen, denn viele waren bereits vor zwei Wochen bei der Eröffnung des EYE Film Institute in Amsterdam gewesen, und außerdem findet gerade der Salone del Mobile in Mailand statt. Harte Konkurrenz im Terminkalender.

Hat die abwesende Presse etwas verpasst? Teils, teils. Dieses Jahr steht die Biennale unter dem Motto „Making City“. Drei „Test Sites“ in Istanbul, São Paulo und Rotterdam bilden den roten Faden der Hauptausstellung im NAi, in der außerdem 23 Projekte aus aller Welt rund um das Thema „Stadt machen“ gezeigt werden. Wie üblich ist die Schau recht textlastig und führt verschiedene Themen zusammen, die in den letzten Jahren durch die Fachpresse geisterten: Bottom-up-Strategien, sozial engagierte Architektur, Wachstum, Schrumpfung, Globalisierung und, und, und – das ganze urbane Programm eben. Das ist zwar alles nicht neu, wird aber hier in geballter Form und mit Schwerpunkt auf Bewohnerpartizipation präsentiert und bietet deshalb einen guten Überblick über das Thema Stadt und die damit verbundenen Herausforderungen.

Ein bisschen dünn wirkt im Vergleich das Rotterdamer Projekt „I / We / You Make Rotterdam„, kuratiert von ZUS Architecten. Es spielt sich rund um den Schieblock ab, einen Büroblock aus den sechziger Jahren, der von ZUS vor dem Abriss gerettet wurde und nun von zahlreichen kleinen Kreativbüros bevölkert wird. Eingeklemmt von der Verkehrsader Weena und den Bahngleisen, steht der Schieblock in einer der rümpeligsten vergessenen Ecken von Rotterdam. Nun gibt es dort einen temporären Biergarten, Pop up Stores, einen Gemüsegarten auf dem Dach, eine Holzwerkstatt, in der aus Restmaterialien Stadtmöbel gezimmert werden, sowie zwei kleine Ausstellungen. Alles sehr nett und auch sicher sehr gut für Rotterdam, aber nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte. Im Programm einer Biennale würde man sich doch ein paar wirklich neuartige Ideen wünschen und nicht nur Neuauflagen von Projekten, die sich in Berlin, London oder New York bereits bewährt haben. Einzig der Luchtsingel ist tatsächlich originell, denn vermutlich ist er das erste Bauwerk, das durch Crowdfunding zustande kommt. Das erste Stück entsteht derzeit vor dem Schieblok, an der Schiekade. Sehr hübsch! Hier kann man sein Scherflein beitragen: www.imakerotterdam.nl

  1. Tomster #

    Gesehen haben wird mal wohl alles schon mehr oder weniger in London, Berlin oder New York. Aber „I make Rotterdam“ ist der Versuch, das auch in kleinere Allerweltsgroßstädte zu übertragen und zu zeigen, dass es auch dort funktioniert, passt und transformiert.

    21. Mai 2012

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