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Beiträge aus der Kategorie ‘design’

Biskuitplastik

Die möchte ich haben. Allesamt. Vasen aus Biskuitporzellan von Foekje Fleur, modelliert nach Plastikmüll, den die Designerin aus der Maas gefischt hat. Leider sind sie gerade ausverkauft.

Nachhaltiger Eiswagen

Dieser hübsche und vor allem nachhaltige Eiswagen ist ein Projekt vom Designbüro Springtime in Kooperation mit IJs & Zopie und Odenwald Organics. Die Photovoltaikpaneele im Dach produzieren Energie zum Kühlen der Eiscrème. So einfach kann’s sein.

Desktoop

Insgesamt war die Food & Architecture Fair, die gestern anlässlich des Tages der Architektur stattfand, eine enttäuschende Angelegenheit. Nichts als mit glühend heißer Nadel gestrickte Projekte; manche könnte man mit Fug und Recht als hingepfuscht bezeichnen. Ein paar Highlights fanden sich aber doch, darunter dieser schöne Schreibtischentwurf von Nienke Sybrandy.

Ausgangspunkt des Desktoop ist die Beobachtung, dass Büros mit ihren ewigen 20°C Raumtemperatur und acht Stunden lang brennenden Schreibtischlampen die ideale Umgebung für den Gemüseanbau bilden. Also hat Sybrandy einen Schreibtisch mit integriertem Gemüsebeet entworfen, in dem der Büroangestellte die Zutaten für sein Mittagessen züchten kann.

Auf der Website des Studio NSybrandy wimmelt es ohnehin von poetisch schönen Projekten und Produkten, oft mit hohem pflanzlichen Gehalt. Und einen sehenswerten Blog hat sie auch noch.

Flatten

Mir ist plötzlich so nach Mohrenkopfbrötchen.

Flatten by Hugo de Kok and Kay van Vree on Vimeo.

Overhoeks-Turm wird temporäres Museum

Na bitte, geht doch. Endlich ist zumindest eine temporäre Funktion für den Overhoeks-Turm gefunden. Das Hochhaus aus den späten Sechzigern, in dem früher Shell saß, thront neben dem EYE Film Institute am Ufer des IJ. Seit Shell seine Labors vor einigen Jahren ein paar hundert Meter weiter nach Westen verlagerte, stand der Turm mit dem markanten Krönchen leer.

Nun wird er den Sommer über eine Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit beherbergen, mit Beiträgen von u.a. 2012 Architecten, Jurgen Bey, John Körmeling, Piet Hein Eek und We Make Carpets. Eröffnung ist am 29. Juni.

Schließfächer

Sehr unterhaltsam: Sticker auf den Turnhallen-Schließfächern einer Schule in Baarn.

Entworfen von Lab3 – und nominiert für den Frame Moooi Award 2012.

Charmante Kinderarbeit

Lucas Maassen, Designer aus Eindhoven, hat drei neue Mitarbeiter: seine Söhne Thijme, Julian und Maris. Sie sind zweimal 7 und einmal 9 Jahre alt und für die Farbgebung der Möbelentwürfe zuständig. Besonderen Reiz erhalten die Möbel durch die unfertige Ästhetik des Anstrichs, denn niederländischem Gesetz zufolge dürfen die Knirpse nur je 3 Stunden pro Woche arbeiten. Außerdem streicht jeder auch nur so hoch, wie seine Körperlänge es erlaubt – so dass man manchen Möbeln ansehen kann, ob der älteste oder die jüngeren am Werk waren.

Lucas Maassen & Sons from Lucas Maassen & Sons on Vimeo.

The Exchange, Stock und Options

Besucher, die mit dem Zug in Amsterdam ankommen und vom Bahnhof aus zu Fuß in Richtung Dam gehen, erwartet kein sehr erbaulicher Spazierweg. Während auf der linken Straßenseite ein Hafenbecken und die Berlage-Börse liegen, säumen ramschige Souvenirläden, Spielhallen, Billighotels und Fastfoodrestaurants die rechte Seite – auf der der breite Fußweg verläuft.

Jetzt gibt es aber wenigstens einen einzelnen Lichtblick in all dem haschparfümierten Neonschrott. Denn auf halbem Weg zwischen Bahnhof und Dam hat das Lloyd Hotel einen Ableger namens The Exchange eröffnet, dessen 61 Zimmer von Studenten des Amsterdam Fashion Institute ausgestattet wurden. Ebenso wie im Mutterhaus, haben die Zimmer 1 bis 5 Sterne. Das wäre für Passanten noch nicht allzu spannend, aber im Erdgeschoss des angrenzenden Gebäudes führen die Hotelbetreiber außerdem ein designiges Café-Restaurant namens Stock und nebenan einen Laden namens Options, in dem es allerlei Designobjekte vom Schal bis zum Stuhl gibt. Eigentlich ist dort so ziemlich alles versammelt, was in den letzten Jahren durch die Designblogs geisterte, wobei der Schwerpunkt deutlich auf niederländischem Design liegt. Der Droogshop wird sich warm anziehen müssen.

KZ-Design von Studio Job

PR-trächtige Provokationen, die unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit verkauft werden, locken mich nach diversen Jahren in diesem Land eigentlich nicht mehr hinter dem Ofen hervor. Wie oft wird „moet kunnen“ als Rechtfertigung für die platteste Zehentrampelei herangezogen. Ausgerecht ein Auftritt von Job Smeets und Nynke Tynagel, die gemeinsam als Studio Job firmieren, bei der Talkshow De Wereld Draait Door hat mich nun aber doch sprachlos gemacht.

Studio Job gehört zu jenen internationalen Designkunststars, deren Editionen bei Messen wie Design Miami für Zigtausende verkauft werden. Bekannt geworden sind sie mit Objekten, die mit subversiven grafischen Ornamenten überzogen waren. Die Ornamente stellten alles mögliche dar, von Gegenständen des täglichen Gebrauchs über Insekten bis hin zu Katzenskeletten, und ließen sich oft erst bei näherem Hinsehen identifizieren, woraus sich eine ganz interessante Spannung ergab. In letzter Zeit wurden die Objekte von Studio Job immer skulpturaler, goldener und größer und bewegten sich ausdrücklich auf der Grenze zwischen Design, Kunst und Kitsch.

Bei De Wereld Draait Door haben sie nun einen ihrer jüngsten Entwürfe präsentiert, der wiederum gegenständliche Ornamentik zum Thema hat. Es handelt sich um einen Zaun in Stacheldrahtoptik, in den ein von Schornsteinen samt Rauch flankiertes Tor integriert ist, über dem „suum cuique“ („Jedem das Seine“) steht. So. Jetzt schlucken wir alle mal kurz. Damit nicht genug, zeigten sie auch noch eine Tischdecke mit Stacheldrahtmotiv, deren vier Ecken von Wachttürmen geziert werden. Verständnislos berichtete Job Smeets, dass das Groninger Museum das gute Stück nicht haben wollte. „Nur weil es im Restaurant gelegen hätte. 50 Meter weiter, in den Museumssälen, wäre es wahrscheinlich kein Problem gewesen. Wieso muss Design immer nett sein?“.

Ach, Job. Haben die Katzenskelette nicht mehr genug Aufsehen erregt? Vielleicht fand das Museum die Tischdecke einfach nicht besonders gelungen? Design muss nicht nur Styling sein, aber derart platte Provokationen geben nun einmal ziemlich schlechtes Design ab. Und sie als Kunst zu kategorisieren hilft auch nicht, denn als Kunst sind sie nur noch viel schlechter. Vielleicht ist es nun doch mal an der Zeit, dass der Designkunst-Hype durch etwas Substanzreicheres ersetzt wird.

Den Talkshow-Ausschnitt kann man hier sehen (ab 2:50) – embedden klappt leider nicht. Gestern gab es sogar noch eine Fortsetzung.

Skylounge

Skylounge im Mint Hotel: Boah, was für eine Aussicht.

Von außen ist der neue Hotelbau auf dem Oosterdokseiland zwar keine Schönheit, aber die Skylounge im 11. Stock bietet den besten Blick über die Stadt, seit das PostCS-Gebäude abgerissen wurde. Außerdem wird der Kaffee mit sehr ordentlichen Pralinen, Keksen und Macarons serviert. Letztere sind aus irgendeinem Grund plötzlich der letzte Schrei in Amsterdam, aber das ist ein anderes Thema.