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Beiträge aus der Kategorie ‘kunst’

Flatten

Mir ist plötzlich so nach Mohrenkopfbrötchen.

Flatten by Hugo de Kok and Kay van Vree on Vimeo.

Overhoeks-Turm wird temporäres Museum

Na bitte, geht doch. Endlich ist zumindest eine temporäre Funktion für den Overhoeks-Turm gefunden. Das Hochhaus aus den späten Sechzigern, in dem früher Shell saß, thront neben dem EYE Film Institute am Ufer des IJ. Seit Shell seine Labors vor einigen Jahren ein paar hundert Meter weiter nach Westen verlagerte, stand der Turm mit dem markanten Krönchen leer.

Nun wird er den Sommer über eine Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit beherbergen, mit Beiträgen von u.a. 2012 Architecten, Jurgen Bey, John Körmeling, Piet Hein Eek und We Make Carpets. Eröffnung ist am 29. Juni.

Blauer Vondelpark

Blues before Sunrise nennt sich eine Lichtinstallation des britischen Künstlers Steve McQueen im Amsterdamer Vondelpark, die daraus besteht, dass der gesamte Park nachts blau beleuchtet wird.

Die Fotos fand ich bisher nicht sonderlich spektakulär, habe mir nun aber sagen lassen, dass der Effekt in Wirklichkeit viel intensiver sei als auf den Bildern. Man müsse unbedingt mal nachts mit dem Fahrrad durch den Park fahren. Noch bis 24. März gibt es dazu Gelegenheit.

Nachtrag: Und schon ist’s vorbei… Angeblich war die blaue Beleuchtung eine Gefahr für den Fahrradverkehr. Trotz Warnschildern hat ein Radfahrer eine Gehirnerschütterung und mehrere ausgeschlagene Zähne davongetragen. Also hat der Stadtteil bereits vier Tage vor dem offiziellen Termin den Stecker gezogen.

Calder in Den Haag

Es gibt zur Zeit einige gute Gründe für einen Ausflug ins Gemeentemuseum in Den Haag. Erstens das immer wieder großartige Gebäude von H.P. Berlage – ein echtes Gesamtkunstwerk aus dessen wrightesker Phase –, zweitens die immer wieder schöne Mondriaan-Sammlung des Museums und drittens die Ausstellung über Alexander Calder, die dort bis 28. Mai zu sehen ist.

Aufhänger der Ausstellung ist, dass der junge Calder Mondriaan im Jahr 1930 einen Besuch in dessen Pariser Atelier abstattete und hinterher formulierte: „It was the visit to Mondrian’s studio that made me abstract“. Im Zentrum der Ausstellung steht deshalb ein Nachbau von Mondriaans Atelier, das wie eines seiner Gemälde als Komposition aus farbigen Flächen eingerichtet war. Davor sind Frühwerke von Calder zu sehen: Drahtfigürchen von Tieren und Personen, die einen Minaturzirkus bevölkerten, mit dem Calder in den zwanziger Jahren in Pariser Künstlerkreisen bekannt wurde. Nach dem Besuch in Mondrians Atelier war es jedoch vorbei mit der Niedlichkeit. Mit einem Schlag steht man in der Ausstellung zwischen den berühmten Mobiles des Amerikaners – fragile Schönheiten, die bei jedem Windhauch leicht schwingen.

Groß ist die Schau nicht, und der Begriff „Retrospektive“ scheint ein wenig übertrieben, aber dafür hat sie Hand und Fuß. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich immer dachte, Calders Mobiles stammten allesamt frühestens aus den fünfziger Jahren. Habe also etwas gelernt.


Kuh (ca. 1926), MoMA, New York


Small Feathers (1931), Calder Foundation, New York


13 Spines (1940), Museum Ludwig, Köln

Ohne Titel, Modell für eine unrealisierte Skulptur für das Kröller-Müller-Museum (1976), KMM, Otterlo

Beas Wartesaal

Manchmal kann man sich schon fragen, was die niederländische Bahn so reitet. In den letzten Wochen musste mal wieder ein Sonderfahrplan eingesetzt werden, weil es – Überraschung! – Winter war und ein wenig Schnee fiel. Täglich fielen zig Züge aus und mussten jede Menge Fahrgäste in der Kälte warten. Und genau in diesem Moment kommt die NS auf die Idee, ein 360°- Foto des königlichen Wartesaals im Amsterdamer Hauptbahnhof ins Internet zu stellen.

Da kann man sich in aller Ruhe ansehen, in was für einem kuscheligem Interieur Bea & Co auf den Zug warten – wenn sie denn überhaupt mal mit der Bahn fahren. Glasmalerei, Holzvertäfelung, Landschaftsfries, Perserteppiche und schmiedeeiserne Kronleuchter machen das Zeittotschlagen doch gleich viel erträglicher.

Nur eins ist nicht zu sehen: die königliche Toilette. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, dass zum königlichen Wartesaal auch ein Thron aus weißblauem Delfter Porzellan gehört.

Portable Monuments

Portable Monuments heißt eine Ausstellung des Künstlerduos Adam Broomberg & Olivier Chanarin, die bis 18. Februar in der Galerie Gabriel Rolt in Amsterdam zu sehen ist. Offenbar haben die beiden Kriegsfotos aus der Presse in farbige Würfelkompositionen übersetzt. Hat auch irgendwas mit Brecht zu tun. So ganz kapiere ich das zwar nicht, aber schön anzusehen ist es auf jeden Fall. Vielleicht sorgt ein Ausstellungsbesuch für Klarheit.


Adam Broomberg & Olivier Chanarin, Caught on film: campaigner who asked for police identification. The Guardian, Sunday, 21 June 2009, 2011


Adam Broomberg & Olivier Chanarin, Osama Bin Laden, 1957-2011. An Emblem of Evil in the U.S., an Icon to the Cause of Terror. The New York Times, Monday, May 2, 2011, 2011

Tesakunst

Wer hätte gedacht, dass Tesafilmrollen so schön sein können? Man muss sie nur kopfüber aufhängen und dann ganz viel Geduld haben. Wie der niederländische Künstler Johan Rijpma.

Tape Generations from johan rijpma on Vimeo.