Sollte es mich demnächst mal nach Gent verschlagen, gehe ich garantiert ins SMAK und sehe mir die Ausstellung “Curbs & Cracks” von Koen van den Broek an. Es gibt einfach ein paar ziemlich gute Künstler in Belgien…
Koen van den Broek
Veröffentlicht 30/01/2010 kunst Hinterlasse einen KommentarTags: gent, koen van den broek
Unhappy Hipsters
Veröffentlicht 30/01/2010 amüsant Hinterlasse einen KommentarTags: unhappy hipsters
Vielleicht der beste Konzeptblog der Welt: Unhappy Hipsters.
Spelling Dystopia
Veröffentlicht 25/01/2010 kunst , niederlande Hinterlasse einen KommentarTags: cobra museum, fischer el sani
Nach langem mal wieder ein Ausstellungstipp: Im Cobra Museum in Amstelveen ist vom 30.1. bis 25.4. die Installation Spelling Dystopia von Nina Fischer und Maroan El Sani zu sehen. Wie so oft im Werk der beiden Künstler, geht es auch in diesem Film wieder um ein verlassenes Bauwerk, nämlich um die künstliche Insel Hashima nahe Nagasaki. Mehr Info gibt es auf der Website des Museums.
Von Fischer El Sani stammt auch der großartige Zuidas-Thriller The Rise, den ich vor zwei Jahren im Hochparterre-Blog erwähnt habe. Ein Ausflug nach Amstelveen dürfte sich also auf jeden Fall lohnen.
“Nieuw: Rembrandtplein met allure” titelte Het Parool kürzlich. Denn der bislang etwas schrottige, Neonreklamen- und Caféanbau-verseuchte Rembrandtplein, auf dem sich vor allem Rambazamba-Touristen tummelten, ist neugestaltet worden. Aber “allure”? Nun ja. Immerhin wurde die unsägliche Bronze-Nachtwache entsorgt. Aber zu Rembrandts Füßen breitet sich nun keinesfalls ein Paradebeispiel der zeitgenössischen Landschaftsarchitektur aus, sondern nur eine lieblose Grasfläche, die sich im Amsterdamer Winterregen sofort in Matsch verwandelt hat.
Eine weitere Neuerung ist die Lichtanlage, mit der der gesamte Platz erleuchtet werden kann. Sie dient aber nicht etwa dazu, den Platz für Veranstaltungen oder Feste attraktiver zu machen. Statt dessen kann die Polizei bei Handgemengen per SMS das Licht hochdrehen, um besser eingreifen zu können. “Calamiteitenlicht” nennt sich das. Sympathiek, hoor…
ijscuypje – stamppotje
Veröffentlicht 22/01/2010 horeca , niederlande Hinterlasse einen KommentarTags: stamppot
In meiner deutschen Kindheit war es üblich, dass Eisdielen im Winter zu Lebkuchen- oder Pelzläden mutierten. Wenn die Kunden witterungsbedingt ausblieben, zog es die italienischen Besitzer in ihre Heimat, während das Lokal an jemanden untervermietet wurde, der saisongemäßeres zu verkaufen hatte.
Sieht man einmal von Ben & Jerrys und Australian ab, gibt es in Amsterdam nicht sehr viele Eisdielen (schmeckt doch allein dieses Wort schon so herrlich nach deutscher Italiensehnsucht der Fünfziger!). Dafür gibt es seit einer Weile wenigstens IJscuypje, einen Eisstand am Albert Cuypmarkt nebst Filiale an der Prinsengracht/Ecke Elandsgracht, der selbstgemachtes Eis von der leckeren Sorte verkauft. Was aber wird im Winter aus dem Eisbecherchen? Die Besitzer sind keine Italiener, die es in ein Dolomitendorf zieht, sondern Amsterdamer, die auch im Winter Geld verdienen wollen.
Und schon war Stamppotje geboren, der vermutlich allererste stamppot-Takeaway der Welt. Schlaue Idee, denn aus den Metallbehältern, in denen im Sommer das Eis gekühlt wird, lässt sich ebenso gut heißer Kartoffelbrei mit Gemüseeinlage verkaufen.
Das haben wir gerade noch gebraucht: eine Obstschüssel in Form der Amsterdamer Altstadt. Metrobowls nennen sich diese Objekte vom Designer Frederick Roijé. Endlich hat Amsterdam etwas Topographie zu bieten! Der mittelalterliche Stadtkern liegt im Tal, umgeben von den sanften Hängen des Grachtenrings.
Am 22. Oktober wurde Paula Laurien geboren. Ganz im Gegensatz zu Paula wird dieses Blog deshalb eine Weile eher unregelmäßig gefüttert werden… Spätestens in ein paar Wochen bin ich aber wieder auf Sendung.

Mal wieder ein Beispiel für gutes niederländisches Design: Glückwunschkarte der Stadt Amsterdam. Bekommt man, wenn man einen Mini-Amsterdammer bei der Gemeinde anmeldet. Und dazu…

… ein Babybadecape mit ortstypischer Kapuze.
Von Pappe
Veröffentlicht 19/10/2009 amüsant , niederlande , schnickschnack Hinterlasse einen KommentarTags: cardboard, vervoort
Es geht doch nichts über den guten, alten Stopptrick: “Cardboard” von Sjors Vervoort
Es gibt doch immer noch neue Bedeutungsfacetten des schönen Wortes gezellig zu entdecken. Soeben in einer Kochsendung gehört:
“Dit zijn hollandse garnalen. Die vind ik toch gezelliger uitzien op het boord dan die bleke noorse garnalen.”
(“Das sind holländische Krabben. Die sehen auf dem Teller irgendwie geselliger aus als so bleiche Nordmeer-Garnelen, finde ich.”)
und 5 Minuten später:
“Ik haal even het ijs uit de vriezer. Anders is het later te hard en ongezellig om op het boordje te scheppen.”
(“Ich hol mal eben das Eis aus dem Gefrierfach. Sonst ist es nachher zu hart und löffelt sich ungesellig auf den Teller.”)
Haus Bierings von Rocha Tombal
Veröffentlicht 23/09/2009 architektur , niederlande Hinterlasse einen KommentarTags: bierings, leidsche rijn, rocha tombal, vinex
Am Sonntag brachte mich ein Autobahnabstecher nach Leidsche Rijn, das größte Vinex-Gebiet der Niederlande nahe Utrecht. Nur so, um mal wieder zu schauen, was sich dort tut. Das war ziemlich ernüchternd, denn wir landeten ausgerechnet im Viertel Terwijde, das ganz im Retrostil gebaut ist. Enge Sträßchen, nachgemachte Sprossenfenster, nostalgische Laternen – aber sobald man mal in einen Hinterhof schaut, ist es aus mit der Nostalgie, denn dort regieren die Sparmaßnahmen. Beinahe noch schlimmer (und das gilt für ganz Leidsche Rijn) ist das hierarchielose Straßennetz, das pur auf Anliegerverkehr ausgelegt ist. Fast hätten wir zwischen Brezelwegen, Parkstraßen, Sackgassen und Busspuren nicht mehr zur Autobahn zurückgefunden. Lost in Leidsche Rijn, oh je…
Ein Highlight gab es dann aber doch, und zwar das Haus Bierings von Rocha Tombal. Das skulpturale Holzhaus thront als einsame Schönheit mitten zwischen gesichtslosen Einfamilienhäusern – was auf den schicken Profifotos von Christian Richters natürlich mal wieder ausgeblendet ist, deshalb hier ein paar dilettantische Handy-Schnappschüsse.


Rocha Tombal? Hatte ich noch nie gehört. Ich habe aber ohnehin den Eindruck, dass sich in letzter Zeit eine Zersplitterung der niederländischen Architekturszene vollzieht. Während die großen Stars fast nur noch im Ausland bauen und die mittelgroßen Büros es hauptsächlich den Projektentwicklern recht machen, werden die wirklich interessanten Projekte von unbekannten jungen Büros gebaut. Schade ist, dass sie danach oft wieder in der Versenkung verschwinden, weil kein entsprechender Folgeauftrag kommt. Hoffen wir mal, dass Rocha Tombal keine Eintagsfliege bleibt.




